Interessengemeinschaft  

für Familie und Partnerschaft

Nachehelicher Unterhalt


I. Voraussetzungen / Art. 125

1 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, dass er für den ihm gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufkommt, so hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten.

2 Beim Entscheid, ob ein Beitrag zu leisten sei und gegebenenfalls in welcher Höhe und wie lange, sind insbesondere zu berücksichtigen:

1.     die Aufgabenteilung während der Ehe;

2.     die Dauer der Ehe;

3.     die Lebensstellung während der Ehe;

4.     das Alter und die Gesundheit der Ehegatten;

5.     Einkommen und Vermögen der Ehegatten;

6.     der Umfang und die Dauer der von den Ehegatten noch zu leistenden Betreuung der Kinder;

7.     die berufliche Ausbildung und die Erwerbsaussichten der Ehegatten sowie der mutmassliche Aufwand für         die berufliche Eingliederung der anspruchsberechtigten Person;

8.     die Anwartschaften aus der eidgenössischen Alters- und Hinterlassenenversicherung und aus der                   beruflichen oder einer anderen privaten oder staatlichen Vorsorge einschliesslich des voraussichtlichen           Ergebnisses der Teilung der Austrittsleistungen.

3 Ein Beitrag kann ausnahmsweise versagt oder gekürzt werden, wenn er offensichtlich unbillig wäre, insbesondere weil die berechtigte Person:

1.     ihre Pflicht, zum Unterhalt der Familie beizutragen, grob verletzt hat;

2.     ihre Bedürftigkeit mutwillig herbeigeführt hat;

3. gegen die verpflichtete Person oder eine dieser nahe verbundenen Person eine schwere Straftat begangen hat.


II. Modalitäten des Unterhaltsbeitrages / Art. 126

1 Das Gericht setzt als Unterhaltsbeitrag eine Rente fest und bestimmt den Beginn der Beitragspflicht.

2 Rechtfertigen es besondere Umstände, so kann anstelle einer Rente eine Abfindung festgesetzt werden.

3 Das Gericht kann den Unterhaltsbeitrag von Bedingungen abhängig machen.